Polsterpflege

Damit Ihr Sofa lange schön bleibt

Ein hochwertiges Polstermöbel begleitet Sie viele Jahre. Dabei wird es täglich beansprucht: Staub, Hautkontakt, Kleidung, Sonnenlicht, Wärme, Feuchtigkeit und gelegentlich auch ein kleines Missgeschick hinterlassen mit der Zeit ihre Spuren.

Mit der richtigen Pflege können Sie viel dazu beitragen, dass Stoff, Leder und Polsterung lange schön und angenehm bleiben.

Dabei gilt grundsätzlich:

Nicht jedes Bezugsmaterial darf gleich gereinigt oder gepflegt werden. Beachten Sie deshalb immer zuerst die Pflegehinweise des Herstellers für Ihren konkreten Bezug.

1. Regelmäßige Reinigung – lieber wenig und regelmäßig

Eine regelmäßige, schonende Reinigung ist besser als seltene und intensive Reinigungsaktionen.

Bei Stoffbezügen

  • Staub und lose Verschmutzungen regelmäßig mit einer weichen Polsterdüse und geringer Saugleistung entfernen.
  • Dabei auch Falten, Zwischenräume und Bereiche zwischen den Sitzelementen nicht vergessen.
  • Flor- und Veloursstoffe möglichst entsprechend ihrer Strichrichtung behandeln.
  • Starkes Bürsten und Reiben vermeiden.

Bei Leder

  • Staub regelmäßig mit einem weichen, trockenen oder entsprechend der Herstellerempfehlung leicht angefeuchteten Tuch entfernen.
  • Keine aggressiven Haushaltsreiniger verwenden.
  • Je nach Lederart geeignete Lederreinigungs- und Pflegemittel benutzen.

Wichtig: Anilinleder, Semianilinleder und pigmentiertes Leder unterscheiden sich erheblich. Was bei einem geschützten Leder funktioniert, kann ein offenporiges Leder dauerhaft beschädigen.

2. Flecken – schnelles und richtiges Handeln ist entscheidend

Je schneller ein Fleck behandelt wird, desto besser sind in der Regel die Chancen, ihn zu entfernen.

Flüssigkeiten

Flüssigkeiten möglichst sofort mit einem sauberen, saugfähigen und farbechten Tuch aufnehmen.

Dabei gilt:

Tupfen statt reiben.

Durch starkes Reiben kann die Verschmutzung tiefer in das Material gelangen oder die Oberfläche verändert werden.

Feste Verschmutzungen

Krümel oder feste Bestandteile zunächst vorsichtig aufnehmen oder abheben. Danach entsprechend der Pflegeanleitung des jeweiligen Bezugs weiterarbeiten.

Bei Stoffen

Bei einer Fleckenbehandlung möglichst von außen zur Fleckmitte hin arbeiten. Dadurch wird verhindert, dass sich der Fleck unnötig vergrößert.

Den Stoff nicht durchnässen. Zu viel Feuchtigkeit kann zu Rändern, Farbveränderungen oder Problemen mit der darunterliegenden Polsterung führen.

Bei Leder

Besonders bei offenporigem Anilin- oder Nubukleder sollten Sie bei problematischen Flecken nicht experimentieren.

Im Zweifel lieber den Fachmann fragen, bevor aus einem kleinen Fleck ein großer Schaden wird.

3. Vorsicht mit Hausmitteln

Viele gut gemeinte Hausmittel können mehr schaden als nutzen.

Vermeiden Sie – sofern der Hersteller sie nicht ausdrücklich freigibt – beispielsweise:

  • aggressive Haushaltsreiniger
  • Glasreiniger
  • Alkohol oder Lösungsmittel
  • Scheuermittel
  • ungeeignete Fleckenentferner
  • Feuchttücher
  • Schuhcreme auf Möbelleder
  • Öle oder Fette aus dem Haushalt
  • Dampfreiniger

Auch vermeintliche Geheimtipps aus dem Internet sollten Sie zunächst an einer unauffälligen Stelle testen oder besser mit den Pflegehinweisen des Herstellers abgleichen.

4. Stoff ist nicht gleich Stoff

Bei Stoffbezügen unterscheiden sich die Pflegeeigenschaften je nach Konstruktion erheblich.

Flachgewebe

Dichte Flachgewebe sind häufig relativ unkompliziert. Bei groben Strukturen können sich dagegen Krümel oder Staub stärker festsetzen.

Chenille

Chenille fühlt sich besonders weich und wohnlich an. Durch Druck, Wärme und Nutzung können jedoch typische Hell-Dunkel-Effekte oder Sitzspiegel entstehen.

Velours und Samt

Bei Florstoffen verändert sich die Optik abhängig von Strichrichtung und Lichteinfall. Druckstellen und sogenannte Schreibeffekte können materialtypisch sein und sind nicht automatisch ein Qualitätsmangel.

Mikrofaser

Hochwertige Mikrofasern können sehr strapazierfähig und pflegefreundlich sein. Trotzdem darf nicht jede Mikrofaser gleich gereinigt werden.

Bouclé

Die charakteristische Schlingen- und Noppenstruktur macht Bouclé besonders wohnlich, aber auch etwas anspruchsvoller bei der Reinigung. Haare und Krümel können sich leichter in der Oberfläche festsetzen.

5. „Easy Clean“ bedeutet nicht „pflegefrei“

Viele moderne Stoffe werden als Easy Clean, Aqua Clean, Performance Fabric, Pet Friendly oder Fleckschutz-Stoff angeboten.

Diese Begriffe bedeuten jedoch nicht automatisch, dass jeder Fleck problemlos entfernt werden kann.

Je nach Stoff können unterschiedliche Technologien dahinterstehen – beispielsweise besonders dichte Fasern, spezielle Garne, Beschichtungen oder festgelegte Reinigungsverfahren.

Deshalb gilt auch bei modernen Funktionsstoffen:

Pflegeleicht bedeutet nicht pflegefrei.

Die Pflegeanleitung des jeweiligen Stoffherstellers bleibt entscheidend.

6. Leder braucht die richtige Pflege

Leder ist ein hochwertiges Naturmaterial. Wie viel Pflege erforderlich ist, hängt stark von der Lederart und ihrer Oberflächenbehandlung ab.

Pigmentiertes Leder

Geschützte Leder sind im Alltag meist vergleichsweise robust. Dennoch sollten Verschmutzungen zeitnah entfernt und ausschließlich geeignete Lederpflegeprodukte verwendet werden.

Semianilinleder

Semianilinleder verbindet einen natürlicheren Griff mit einem gewissen Oberflächenschutz. Es benötigt eine auf die konkrete Lederqualität abgestimmte Pflege.

Anilinleder

Anilinleder ist besonders natürlich und offenporig. Dadurch fühlt es sich angenehm an und zeigt die natürliche Hautstruktur – ist aber gleichzeitig empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit, Fett, Flecken und Sonnenlicht.

Hier gilt besonders:

Nicht selbst experimentieren, sondern die Pflegeempfehlung des Herstellers beachten.

7. Kunstleder richtig behandeln

Kunstleder unterscheidet sich technisch deutlich von echtem Leder.

Es sollte regelmäßig von Staub und Verschmutzungen befreit werden. Verwenden Sie nur Mittel, die ausdrücklich für die jeweilige Kunstlederqualität geeignet sind.

Ungeeignete Reiniger, Lösungsmittel oder fetthaltige Lederpflegemittel können die Oberfläche schädigen.

8. Sonne und Wärme vermeiden

Direkte Sonneneinstrahlung kann sowohl Stoffe als auch Leder verändern.

Mögliche Folgen sind:

  • Ausbleichen
  • Farbveränderungen
  • Austrocknung
  • Veränderungen der Oberfläche

Besonders empfindlich können offenporige Leder und intensive Farben reagieren.

Stellen Sie Ihr Polstermöbel deshalb möglichst nicht dauerhaft in starke direkte Sonneneinstrahlung. Vorhänge, Jalousien oder Rollos können zusätzlichen Schutz bieten.

Auch ein dauerhaft zu geringer Abstand zu Heizkörpern oder anderen starken Wärmequellen ist ungünstig.

9. Ein gutes Raumklima schützt auch Ihre Möbel

Ein ausgeglichenes Raumklima ist nicht nur für Menschen angenehm, sondern auch für Möbel.

Als angenehmer Wohnbereich gelten ungefähr:

18–23 °C Raumtemperatur und 40–60 % relative Luftfeuchtigkeit.

Sehr trockene Heizungsluft kann Naturmaterialien stärker beanspruchen und elektrostatische Aufladung fördern. Dauerhaft sehr hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls ungünstig.

Regelmäßiges Lüften hilft dabei, ein ausgeglichenes Raumklima zu erhalten.

10. Ein Sofa möchte richtig benutzt werden

Auch hochwertige Polstermöbel haben konstruktive Belastungsgrenzen.

Vermeiden Sie deshalb:

  • auf Armlehnen zu sitzen,
  • auf dem Sofa zu stehen oder zu springen,
  • bewegliche Funktionen mit Gewalt zu betätigen,
  • elektrische Relaxfunktionen während des Mechanismus zu blockieren,
  • Möbel durch Ziehen an Arm- oder Rückenlehnen zu verschieben.

Bei Funktionssofas sollten bewegliche Teile außerdem regelmäßig von Fremdkörpern freigehalten werden.

11. Wellen und Falten sind nicht automatisch ein Mangel

Besonders komfortable Polstermöbel besitzen heute häufig eine legere oder besonders weiche Polsterung.

Dabei kann sich der Bezug während der Nutzung sichtbar verändern. Typisch sind beispielsweise:

  • leichte Wellen
  • Faltenbildung
  • Sitzspiegel
  • Florveränderungen
  • unterschiedliche Härteeindrücke zwischen häufig und selten genutzten Sitzplätzen

Solche Veränderungen können konstruktions- und materialbedingt sein und gehören bei vielen Polstermöbeln zum normalen Gebrauch.

12. Wechseln Sie Ihren Lieblingsplatz

Fast jeder Mensch hat auf seinem Sofa einen bevorzugten Sitzplatz.

Wird jedoch jahrelang immer exakt dieselbe Stelle genutzt, wird diese natürlich stärker beansprucht als die übrigen Sitze.

Wenn möglich, wechseln Sie gelegentlich den Sitzplatz. Dadurch verteilt sich die Beanspruchung gleichmäßiger.

Auch lose Rücken- und Sitzkissen sollten – sofern vom Hersteller vorgesehen – regelmäßig aufgeschüttelt, geklopft und in Form gebracht werden.

13. Haustiere und Polstermöbel

Hund und Katze gehören für viele Menschen selbstverständlich zum Zuhause.

Trotzdem sollte man wissen: Kein Polsterbezug ist vollständig kratzfest.

Tierkrallen können Leder dauerhaft verkratzen oder beschädigen. Bei groben Geweben, Schlingenstoffen oder Bouclé können Fäden herausgezogen werden.

Tierhaare lassen sich von glatten Oberflächen meist leichter entfernen als aus stark strukturierten Stoffen.

Wenn Haustiere Ihr Sofa regelmäßig benutzen dürfen, sollte dieser Punkt deshalb bereits bei der Auswahl des Bezuges berücksichtigt werden.

14. Polstermöbel regelmäßig kontrollieren

Ein gelegentlicher Blick auf das Möbel kann ebenfalls helfen.

Kontrollieren Sie beispielsweise:

  • Füße und Befestigungen
  • sichtbare Schraubverbindungen
  • elektrische Kabel bei Funktionsmöbeln
  • bewegliche Beschläge
  • Fremdkörper unter oder zwischen Funktionselementen

Bei ungewöhnlichen Geräuschen oder Funktionsproblemen sollten verstellbare Mechanismen nicht mit Gewalt weiter benutzt werden.

Unser wichtigster Pflegetipp

Bei einem Fleck nicht in Panik geraten – und nicht wahllos zum nächsten Reinigungsmittel greifen.

Erst prüfen:

Welcher Bezug ist es?
Welche Pflegeanleitung gilt?
Welche Behandlung empfiehlt der Hersteller?

Damit lassen sich viele unnötige Schäden vermeiden.

Geprüfte Qualität – und die richtige Pflege

Unsere ausgestellten Polstermöbel tragen das RAL-Gütezeichen „Goldenes M“ und erfüllen damit hohe Anforderungen an Qualität, Sicherheit und gesundes Wohnen.

Doch auch ein hochwertiges Polstermöbel braucht die richtige Behandlung.

Wer sein Sofa regelmäßig und materialgerecht pflegt, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass Komfort und Optik über viele Jahre erhalten bleiben.

Sie sind unsicher, welches Pflegemittel das richtige ist?

Fragen Sie uns lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wir helfen Ihnen gerne dabei, die richtige Pflege für Ihren Stoff- oder Lederbezug zu finden.

Mit diesem Link kommen Sie direkt zu unserem Pflegemittelshop von LCK